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Slalom mit Schrittgeschwindigkeit

Pflichtaufgabe. Sechs Pylonen, 3,5 Meter Abstand, etwa 5 km/h im ersten Gang.

Das nimmst du mit

Du fährst die Gasse im Schritttempo durch, ohne den Fuß abzusetzen und ohne eine Pylone zu berühren — und du weißt, dass das Tempo dabei aus der Kupplung kommt und nicht aus dem Gas.

Worum es hier wirklich geht

Die Aufgabe sieht harmlos aus und ist die, an der die meisten hängen bleiben. Nicht weil sie schwer zu verstehen wäre, sondern weil langsam fahren auf zwei Rädern etwas anderes ist als langsam fahren auf vier. Unter etwa 10 km/h stabilisiert sich das Motorrad nicht mehr von allein. Ab da hältst du es, nicht die Physik.

So steht die Gasse

  • sechs Pylonen hintereinander
  • Abstand von Pylone zu Pylone 3,5 Meter
  • damit fünf Felder, die du abwechselnd links und rechts durchfährst

Die Pylonen sind mindestens 15 Zentimeter hoch. Berühren gilt als Fehler, ein ausgelassenes Feld ebenfalls.

Die drei Dinge, die es ausmachen

  1. Erster Gang, Kupplung im Schleifbereich. Das Gas bleibt ruhig stehen, die linke Hand regelt das Tempo. Wer mit dem Gas dosiert, bekommt Rucken — und Rucken heißt Umfallen.
  2. Leicht die Fußbremse dagegen. Ein Hauch Druck hinten zieht das Motorrad gerade und nimmt die Unruhe heraus. Die Vorderradbremse bleibt aus dem Spiel, sie richtet das Motorrad auf.
  3. Der Blick geht zur übernächsten Pylone. Nicht auf das Vorderrad, nicht auf die Pylone, an der du gerade bist. Das Motorrad fährt dorthin, wo du hinsiehst — das ist auf diesem Tempo keine Redensart, sondern der ganze Trick.

Die Füße bleiben oben

Vom ersten bis zum letzten Feld. Ein abgesetzter Fuß ist ein Fehler, auch wenn das Motorrad danach sauber weiterläuft. Wer die Füße unten hängen lässt, um sich abzufangen, fährt automatisch verkrampfter — es wird davon nicht besser, sondern schlechter.

Wenn es nicht klappt

Fast immer liegt es am Tempo: zu langsam. Etwas mehr Zug aus der Kupplung macht die Aufgabe leichter, nicht schwerer. Das zweithäufigste ist der Blick, der auf dem Vorderrad klebt. Beides lässt sich auf dem Platz in wenigen Runden umstellen.

Die Maße auf dieser Seite folgen der Prüfungsrichtlinie. Verbindlich ist am Ende, was dein Fahrlehrer dir zeigt und was der Prüfer am Prüfungstag ansagt.

Was dabei meistens schiefgeht

  • Zu langsam gefahrenUnter Schritttempo kippt das Motorrad, statt zu fahren.
  • Mit dem Gas dosiertJeder Gasstoß wird zum Ruck, jeder Ruck zur Unruhe.
  • Vorderradbremse benutztSie richtet das Motorrad auf und zieht es aus der Kurve.
  • Blick auf dem VorderradDie Linie wird eckig, die nächste Pylone kommt zu spät.
  • Fuß abgesetztGilt als Fehler, auch wenn sonst alles stimmt.

Der Ablauf in Bildern

Dein Kopfkino

Augen zu und einmal durchgehen. Wenn du die Reihenfolge auswendig kannst, brauchst du im Auto nicht mehr darüber nachzudenken.

  1. Erster Gang, Kupplung in den Schleifbereich
  2. Wenig Gas, konstant halten
  3. Leicht die Fußbremse dagegen
  4. Blick zur übernächsten Pylone
  5. Füße bleiben auf den Rasten

Kurz gesagt

Langsamfahren ist Handarbeit: linke Hand Tempo, rechter Fuß Ruhe, Blick nach vorn. Wer das trennt, fährt die Gasse durch, ohne darüber nachzudenken.

Du hast den Ablauf im Kopf. Den Rest zeigen wir dir im Auto.

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