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Die Schleppkurve

Warum die Hinterräder eine andere Linie fahren als die Vorderräder.

Das nimmst du mit

Du weißt, wo dein Fahrzeug beim Abbiegen tatsächlich entlangfährt, und du kennst die Lücke, die dabei entsteht.

Was passiert

Die Vorderräder folgen dem, was du lenkst. Die Hinterräder folgen nicht — sie schneiden die Kurve ab. Je länger der Radstand, desto größer der Unterschied. Bei einem Auto sind das wenige Zentimeter, bei einem Lkw über einen Meter, bei einem Gliederzug noch mehr.

Zwischen den beiden Linien entsteht eine Fläche, die dein Fahrzeug überstreicht, obwohl du dort nicht hinlenkst. Das ist die Schleppkurve. Sie ist nicht gefährlich, weil sie schwer zu verstehen wäre, sondern weil in ihr Menschen stehen.

Der Radfahrer rechts

Beim Rechtsabbiegen ist die Innenseite der Kurve genau dort, wo ein Radfahrer geradeaus weiterfahren will. Er sieht ein Fahrzeug, das langsam abbiegt, und schätzt es wie ein Auto ein. Das Heck kommt für ihn aus einer Richtung, mit der er nicht rechnet.

Deshalb gehört zum Rechtsabbiegen mehr als der Schulterblick: Schritttempo, der Blick abwechselnd in Weitwinkel- und Rampenspiegel, und im Zweifel stehen bleiben.

Wenn der Platz nicht reicht, musst du ausholen

In vielen Einmündungen kommst du mit einem langen Fahrzeug nicht rechts eingeordnet um die Ecke — dann ist Ausholen keine Nachlässigkeit, sondern nötig. Entscheidend ist, dass es angekündigt passiert: Blinker rechts setzen, Spiegel und Schulterblick, dann der Spurwechsel nach links, und erst danach eng um die Ecke.

Was dabei entsteht, ist eine Lücke rechts, in die jemand hineinfahren kann. Deshalb gehört der Blick in den Weitwinkel- und Rampenspiegel während des ganzen Bogens dazu — und im Zweifel bleibst du stehen.

Beim Gliederzug kommt etwas dazu

Der Anhänger schneidet noch enger als der Motorwagen. Beim Abbiegen musst du deshalb weiter ausfahren, bevor du einlenkst — nicht zur Seite, sondern in der Länge. Wie weit genau, zeigt dir dein Fahrlehrer am Fahrzeug.

Die Angaben auf dieser Seite folgen der Prüfungsrichtlinie und unseren Prüfungsfahrzeugen. Verbindlich ist am Ende, was dein Fahrlehrer dir zeigt und was der Prüfer am Prüfungstag ansagt.

Was dabei meistens schiefgeht

  • Wie im Auto abgebogenDas Heck fährt eine ganz andere Linie.
  • Unangekündigt ausgeholtOhne Blinker und Spurwechsel weiß niemand, was du vorhast.
  • Nur Schulterblick, keine SpiegelDer Rampenspiegel zeigt genau den kritischen Bereich.
  • Zügig abgebogenBei Schritttempo hast du Zeit, noch einmal zu schauen.
  • Nach dem Einlenken nicht mehr geprüftDer Radfahrer kann auch dann noch aufschließen.

Der Ablauf in Bildern

Dein Kopfkino

Augen zu und einmal durchgehen. Wenn du die Reihenfolge auswendig kannst, brauchst du im Auto nicht mehr darüber nachzudenken.

  1. Blinken, Spiegel, dann ausholen
  2. Schritttempo vor der Ecke
  3. Weitwinkel und Rampenspiegel
  4. Beim Einlenken weiter beobachten
  5. Im Zweifel anhalten

Kurz gesagt

Die Schleppkurve ist Geometrie und damit vorhersehbar. Gefährlich wird sie nur, wenn man sie im Kopf nicht mitfährt.

Du hast den Ablauf im Kopf. Den Rest zeigen wir dir im Auto.

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