Lkw
Ladung und Ladungssicherung
Achslast, Schwerpunkt, Formschluss, Zurren — in dieser Reihenfolge.
Das nimmst du mit
Du verteilst Ladung so, dass die Achslasten stimmen, und sicherst sie so, dass sie auch bei einer Vollbremsung bleibt, wo sie ist.
Nicht nur das Gesamtgewicht
Jede Achse hat ihre eigene zulässige Last. Ein Fahrzeug kann das zulässige Gesamtgewicht einhalten und trotzdem eine Achse überladen haben — wenn die Ladung falsch verteilt ist. Zu wenig Last auf der Vorderachse macht die Lenkung leicht und ungenau, zu viel auf der Hinterachse überlastet Reifen und Bremsen.
Der Schwerpunkt
Schwer gehört nach unten und über die Achsen. Ein hoch liegender Schwerpunkt macht das Fahrzeug in der Kurve kippelig, und ein Lkw kippt früher, als die meisten glauben — deutlich bevor die Reifen die Haftung verlieren.
Warum überhaupt sichern
Bei einer Vollbremsung wirkt auf die Ladung etwa ihr eigenes Gewicht als Kraft nach vorn. Eine Tonne Ladung drückt mit rund einer Tonne gegen die Stirnwand. Was nicht gesichert ist, kommt nach vorn — und vorn sitzt du.
Die Reihenfolge der Sicherung
- Formschluss: bündig an die Stirnwand, Lücken vermeiden, gegen die Bordwände stellen. Was nicht rutschen kann, muss nicht gehalten werden.
- Rutschhemmende Unterlagen: sie machen aus wenig Reibung viel.
- Niederzurren: der Gurt drückt die Ladung auf die Fläche und erhöht die Reibung.
- Direktzurren: Diagonal- oder Schrägzurren, wenn die Ladung Zurrpunkte hat.
Die Gurte selbst
Ein Zurrgurt mit eingerissenem Band, verformtem Haken oder unleserlichem Etikett ist auszumustern, nicht zu verwenden. Und: Nach den ersten Kilometern nachziehen. Ladung setzt sich, sobald das Fahrzeug fährt.
Wer verantwortlich ist
Verlader, Halter und Fahrer — gemeinsam. Dass jemand anderes geladen hat, entlastet dich nicht, wenn du losfährst. Du bist derjenige, der vor der Abfahrt hinsehen kann.
Die Angaben auf dieser Seite folgen der Prüfungsrichtlinie und unseren Prüfungsfahrzeugen. Verbindlich ist am Ende, was dein Fahrlehrer dir zeigt und was der Prüfer am Prüfungstag ansagt.
Was dabei meistens schiefgeht
- Nur auf das Gesamtgewicht geachtetEine einzelne Achse kann trotzdem überladen sein.
- Schwere Ladung obenDer Schwerpunkt steigt, das Fahrzeug kippt früher.
- Lücken zur Stirnwand gelassenDie Ladung nimmt Anlauf, bevor sie anschlägt.
- Beschädigte Zurrgurte verwendetEin eingerissenes Band hält einen Bruchteil.
- Nach dem Losfahren nicht nachgezogenLadung setzt sich, Gurte werden lose.
Der Ablauf in Bildern





Dein Kopfkino
Augen zu und einmal durchgehen. Wenn du die Reihenfolge auswendig kannst, brauchst du im Auto nicht mehr darüber nachzudenken.
- Achslasten im Blick behalten
- Schwer nach unten und über die Achsen
- Formschluss zur Stirnwand
- Rutschhemmend unterlegen, dann zurren
- Nach den ersten Kilometern nachziehen
Kurz gesagt
Ladungssicherung ist kein Papierkram. Es ist die Frage, was bei einer Vollbremsung hinter deinem Rücken passiert.
Du hast den Ablauf im Kopf. Den Rest zeigen wir dir im Auto.